Tango ist ein Tanz, der scheinbar nur das Gefühl anspricht.
Wenn man sich jedoch ein wenig mehr damit beschäftigt, dann merkt man, daß man es erst einmal primär mit Technik zu tun hat. Schließlich kommt man jedoch darauf, daß die gelernte Technik in Wahrheit die Voraussetzung für unglaublich viel Gefühl ist.
Ich bin leider nicht Poet genug, meine Gefühle beim Tango aufzuschreiben. Ich empfehle da lieber Bücher, wie "Tango mortale - Verse vom Tango bis zum richtigen Leben" von Albrecht Schnitzer oder das Buch "Tango - Die einende Kraft des tanzenden Eros" von Ralf Sartori und Petra Steidl. Mit der Technik möchte ich es aber versuchen.
In der Regel mache ich mir nach Unterrichtsstunden oder Workshops Notizen, damit ich das teuer bezahlte Wissen nicht schnell wieder verliere. Diese Notizen wollte ich ordnen, und damit ist dieser Text entstanden. Ich möchte hier alles Wissen zusammentragen, daß ich in meiner noch relativ kurzer Tanzerfahrung gesammelt habe.
Ich erhebe damit an dieser Stelle nicht den Anspruch ein Lehrbuch zu schreiben. Dieser Text ist kein didaktisch aufgebauter Kurs, sondern das genaue Gegenteil: Der Versuch, in Unterrichtsstunden gelerntes zu systematisieren um es zu bewaren. Überhaupt bin ich der Überzeugung, daß jeder Tanz, und ganz besonders der Tango, nicht aus einem Buch gelernt werden kann. Der persönliche Lehrer ist niemals zu ersetzen.
Sollte der Text aber dennoch andere Tangotänzer ansprechen, ihnen eventuell Hinweise oder Anstöße geben, so würde mich das sehr freuen. Vielleicht stoße ich damit auch interessante Diskussionen an.
Die Geführten spreche ich immer als Frauen an. Das entspricht der Tradition und meinem Gefühl. Ich bitte alle Geführten um Verzeihung, die sich falsch im Geschlecht oder nicht ehrerbietig genug angesprochen fühlen.
Wie in anderer Literatur auch gebe ich alle Richtungsangaben (links, rechts, vor, zurück) aus der Sicht des Führenden (Mannes) an. Drehungen mit Drehrichtung gegen den Uhrzeigersinn werden als Linksdrehung, Drehungen im Uhrzeigersinn = "Gegendrehungen" als Rechtsdrehungen bezeichnet.
Die Schritte und Figuren bezeichne ich mit den auch in Deutschland üblichen argentinisch-spanischen Begriffen. Zusätzlich füge ich eine Begriffstabelle an, in der die Begriffe übersetzt werden.
In Kapitel Tango Grundlagen möchte ich mich mit der Grundtechnik und den entsprechenden Stilen beschäftigen.
Die nächsten Kapitel beschäftigt sich mit Schritten und Figuren. Ich möchte zwischen Schritte und Figuren unterscheiden, obwohl die Grenze dazwischen nicht scharf zu ziehen ist. Schritte sind für mich Einzelschritte oder grundlegende Schrittkombinationen aus 2 oder 3 einzelnen Schritten, die für die Figuren als Basis dienen. Eine Figur ist eine Kombination von Schritten, die als solche erkannt und wiederholt werden kann.
Für Frauen ist nur die Kenntnis der Schritte notwendig. In die Figuren werden sie immer und vollständig geführt. Sie können die entsprechenden Kapitel also bedenkenlos überschlagen.
Ein beiden weiteren (leider noch sehr unfertigen) Kapitel beschäftigen sich mit Kombinationen und Übergängen. Dieses halte ich für besonders wichtig, wenn ein phantasievoller Tanzablauf geführt werden soll.
Weitere Kapitel sollen sich mit den Besonderheiten der Tango-Tanzsile bzw. Tänze Milonga, Vals und Canyengue widmen.
In einem Kapitel möchte ich mein Gedanken zur Geschichte des Tangos zusammenstellen.
Im einem zusäzlichen Kapitel findet sich eine alphabetische Sammlung von Tango-Begriffen.
Verschiedene Lehrer unterrichten nicht immer alles übereinstimmend. Meiner bisherigen Erfahrung nach, sind diese Unterschiede für den Tango nicht wesentlich, sondern machen den persönlichen Stil des Lehrers aus.
Alles beschriebene Wissen habe ich natürlich irgendwo gelernt. Leider ist es mir nicht möglich, an jeder Stelle die Quelle meines Wissens anzugeben.
Zumindest bei den beschriebenen Figuren, werde ich versuchen, meine Wissensquelle anzugeben. Ich möchte aber betonten, daß die Beschreibungen in diesem Text von mir stammen, und nicht notwendigerweise mit der Quelle übereinstimmen! Fehler sind also unbedingt mir und nicht den eventuell angegebenen Quellen anzulasten!
Der Text ist noch im Entstehen, und soll auch in Zukunft immer weiter ergänzt und überarbeitet werden.
Da ihn zu meiner eigenen Freude geschrieben habe, möchte ich ihn allen Interessierten Tangotänzerinnen und -Tänzern ohne Kosten zur Verfügung stellen.
Ich freue mich über alle Kommentare, Anregungen und Kritiken, die mithelfen, diesen Text zu verbessern oder zu erweitern.
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© 2000 -2001, Ulrich Heiwolt